Arbeitsplatz einrichten

Töpfern zuhause – so richtest du deinen Arbeitsplatz ein

Du willst jetzt anfangen zu töpfern?

Und fragst dich vielleicht, ob du ein eigenes Studio dafür brauchst?
Wie du alles perfekt einrichten kannst und ob das auch in deiner Wohnung geht?

Na klar! 
Du brauchst kein Atelier mit Wintergarten und Brennofen. Du brauchst einen einfachen Platz, der dir erlaubt, anzufangen. Und genau den richten wir jetzt ein!

 

1. Der richtige Ort

Dein Arbeitsplatz darf einfach sein.
Gut sind ein stabiler Tisch, ein guter Stuhl und, wenn möglich, Tageslicht.

Ideal sind:

  • ein Esstisch, der abwischbar ist
  • oder ein kleiner Schreibtisch
  • oder ein ausklappbarer Arbeitstisch
  • und / oder eine ruhige Ecke im Wohnzimmer.

Wichtig ist nicht die Größe, sondern dass du dich dort gern aufhältst und zur Ruhe kommen kannst.

Wenn du nur 1–2 Stunden pro Woche töpferst, reicht eine mobile Lösung völlig. Ich arbeite selbst oft unterwegs – manchmal in Ateliers, manchmal an fremden Tischen. Und ich sage dir: Die Magie liegt nicht im Raum, sie liegt im Ton und in deinen Händen!

 

2. Die Unterlage 

Lege unbedingt eine Unterlage auf deinen Tisch.

Warum?
Ton enthält Feuchtigkeit. Holz mag Feuchtigkeit nicht!

Bewährt haben sich:

  • Baumwollstoff oder Leinen
  • ein altes Bettlaken
  • eine große Bastelunterlage
  • ein Brett (ich habe dafür 1qm-Reste von einer Küchenarbeitsplatte)

Tipp: Wenn du mit Plattentechnik und Templates arbeitest, kannst du zwei Holzleisten rechts und links neben die Tonplatte legen, damit sie gleichmäßig dick wird und auf die Tonplatte auch ein Tuch legen. Dann klebt das Nudelholz nicht an deiner Tonplatte (du erinnerst dich: feuchter Ton und Holz, das Feuchtigkeit anzieht?)

Eine Platte als Unterlage hat genau denselben Vorteil, und du kannst die ganze Platte transportieren statt der einzelnen Stücke. Das ist manchmal ganz hilfreich, wenn deine Werke noch zu weich sind. Dann kannst du sie auch auf der Platte trocknen lassen. Allerdings: auch hier, lege bitte ein Tuch unter dein Werk, am besten schon beim Töpfern, damit die der Ton nicht auf der Platte festklebt. 

Hilfreich finde ich übrigens die kleinen runden Gipsplatten, auf denen meine Stücke gut reguliert trocknen können – denn: Gips zieht Wasser aus dem Ton, klebt aber nicht an!

 

3. Ordnung ohne Perfektion

Du brauchst am Anfang wirklich nicht viel:

natürlich den Ton und einige Werkzeuge, wie z.B.

  • einen Schwamm
  • eine Töpfernadel
  • Schneidedraht
  • ein Messer

und ein kleines Gefäß mit Wasser. 

Ich habe mir für mein mobiles Töpferstudio eine Kiste gepackt, in dem all das drin ist, was ich wirklich brauche. Den Ton, Schlicker, Werkzeuge, Handtuch, Unterlage, Wassergefäß, Gipsplatte. So kann ich meinen Arbeitsplatz schnell auf- und abbauen.

Einen festen Ort zum Töpfern zu haben ist schön. Aber für mich ist Flexibilität ist Gold wert, deshalb töpfere ich aus meiner Kiste – da, wo ich gerade bin.

Noch ein kleiner Tipp: falls du dir eine Kiste besorgst, nimm gleich zwei! Wobei es gut ist, wenn sie dicht schließen, damit der Ton nicht austrocknen kann. Die erste für dein Werkzeug und Ton, die zweite für halbfertige Sachen, die du, in einer Plastiktüte eingewickelt, dort gut aufbewahren kannst, um beim nächsten mal daran weiter zu arbeiten.

 

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4. Sauberkeit – so bleibt deine Wohnung entspannt

Tonstaub ist etwas, das du ernst nehmen solltest, besonders, wenn du öfter töpferst.

Es gibt dafür ein paar einfache Regeln, die für deine Gesundheit gut sind zu beachten:

  • Halte die Tonreste feucht. Das bedeutet: packe Tonkrümel und Reste, die beim Töpfern entstehen, wieder zurück auf den Tonbatzen. Dann trocknen sie nicht so schnell aus. Nach dem Töpfern nimm dir ein nasses Tuch und wickle die Tonreste darin ein, dann sind sie beim nächsten mal wieder schön weich. 
  • Wischen statt fegen! Alles, was trockener Tonstaub ist, wirbelt in die Luft beim Fegen oder Saugen – deshalb wische feucht/nass!
  • Direkt nach jedem Töpfern reinige deine Hände und Werkzeuge mit einem nassen Tuch, wische auch die Kiste ab, Tisch, überall, wo Ton dran klebt.

Packe deinen Ton nach der Arbeit immer wieder in eine Plastiktüte zurück, damit er nicht austrocknet . Wenn kleine Reste übrig bleiben, kannst du sie, wie schon erwähnt, in ein feuchtes Tuch legen – sie werden wieder weich. Kleine schon trockene Tonschnipsel kannst du in den Schlickertopf geben, beim nächsten Töpfern sind sie zu Schlicker geworden. (Wenn genügend Wasser drin ist) 

Tonschlicker
Tonschlicker flüssig

5. der Trocknungsplatz 

Wo kannst du nun deine fertigen Stücke zum Trocknen lagern?

Ton braucht Zeit, langsames Trocknen ist also entscheidend für die Vermeidung von Rissen.

Ich empfehle dir, sie in einem Regal zu trocken, gut ist ein kühlerer Ort. Falls du den nicht hast und sie

z.B. im warmen Wohnzimmer trocknest, decke deine Stücke mit Folie ab, so dass sie langsamer trocknen können.

Stelle sie, wie schon gesagt, idealerweise 

  • auf eine Gipsplatte
  • oder auf ein Tuch (mit einer Platte darunter, nicht direkt aufs Holzregal – das würde evtl. Stockflecken geben).

Nach 2-4 Wochen sind sie bereit für den ersten Brand. 

 

6. Was ist mit dem Brennen?

Zuhause brauchst du keinen Brennofen.

Du kannst:

  • einen Brennservice nutzen
  • in ein Atelier gehen
  • oder dich mit anderen zusammentun.

Gerade für den Anfang empfehle ich, erst einmal keinen Brennofen zu kaufen! Es ist gut, erst einmal herauszufinden, wie hoch du brennen möchtest, wie viel bzw. wie oft du brennen möchtest. Wo ein geeigneter Platz wäre – Garage? Gartenhaus, Keller………wenn möglich, nicht in deinem Arbeitsplatzraum wegen der Dämpfe.

 

7. Atmosphäre – unterschätzt und doch entscheidend

Dein Arbeitsplatz ist nicht nur funktional.
Er ist dein kleiner Rückzugsort.

Vielleicht magst du:

  • eine Kerze anzünden
  • ruhige Musik laufen lassen
  • eine Schale mit Fundstücken daneben stellen
  • dein fertiges Lieblingsstück sichtbar platzieren?

Ich selbst liebe es, mir meinen Platz schön herzurichten. In einer Art kleinem Ritual koche ich mir einen Tee in einer schönen Teeschale, zünde eine Kerze an und lege mir eine Feder oder einen schönen Stein dazu. 

Ein bewusster Start. Ein paar Stunden nur für dich. Deine Hände im Ton………

Genieße es!

 

8. Typische Anfängerfehler beim Arbeitsplatz

Diese Dinge sind auch mir passiert:

1. Zu viel Werkzeuge gekauft.
Du brauchst keine 40 Werkzeuge! 

2. Zu schnell trocknen gelassen.
Heizungsluft ist kein Freund von Ton, die Stücke trocknen zu schnell, der Ton kommt nicht hinterher und reißt.

3. Kein fester Platz für unfertige Stücke.
Dann stehen sie im Weg – und du verlierst die Lust oder sie gehen kaputt, weil man dran stößt.

4. Alles perfekt haben wollen.
Töpfern ist kein steriler Prozess. Es ist lebendig! 

 

9. Dein Mini-Startplan für diese Woche

Wenn du jetzt loslegen möchtest, dann:

  • Wähle einen Tisch,
  • lege Stoff darüber,
  • besorge 10 kg Steinzeugton,
  • richte eine kleine Werkzeugkiste ein.
  • Plane 60 Minuten nur für dich.

Mehr brauchst du nicht!

Und wenn du Schritt für Schritt begleitet werden möchtest – vom ersten Arbeitsplatz bis zum fertigen Becher – dann ist mein Starterkurs MAGIC POTTERY genau dafür gebaut. Ich zeige dir alles ruhig, klar und nachvollziehbar, sodass du dich nicht verlierst. 

 

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Fazit

Töpfern zuhause ist kein Luxusprojekt, es ist eine Entscheidung.

Du brauchst keinen perfekten Raum.
Du brauchst einen Anfang!

Einen Tisch, ein Stück Stoff, einen Klumpen Ton.

Und die Bereitschaft, dich selbst wieder ein Stück mehr zu spüren.

Also, los geht`s, hol dir deinen Ton, suche dir Werkzeuge zusammen und wähle dir deinen Töpferplatz für heute. Viel Freude wünsche ich Dir!

 

Ganz viel Liebe zu Dir und deinem Anfang! 

Dana.