3 Becher

Ein Template – drei Becher

 

Wie viel Kreativität steckt eigentlich in einem einzigen Template?

Ein Template ist ein Schnittmuster. Du kannst damit mittels der Plattentechnik die Teile ausschneiden und dann zusammensetzen. Wie genau das gemacht wird, ist Schritt für Schritt beschrieben. 

Ein gutes Template schenkt dir vor allem eines: eine sichere Form. Alles andere entsteht durch deine Hände, deine Oberflächengestaltung, deine Glasuren und deine Ideen.

Und genau darauf möchte ich heute näher eingehen.

Alle drei Becher auf den Bildern sind mit derselben Vorlage – dem Becher-Template – entstanden. Und trotzdem wirken sie völlig unterschiedlich.

Vielleicht inspiriert dich das dazu, selbst zu experimentieren.

 

der Becher Nr. 1 – Natürlich und ruhig

Die erste Variante lebt von ihrer schlichten Oberfläche.

Warme Erdtöne, eine sanfte Glasur und eine zurückhaltende Form lassen den Becher ruhig und zeitlos wirken.

Er passt wunderbar zu einem langsamen Morgen mit einem Espresso oder Cappuccino und zeigt, dass Keramik keine aufwendigen Dekore braucht, um besonders zu sein.

Ich entdecke oft, wie schön einfache Oberflächen sein können.

ein Becher

der Becher Nr. 2 – Lebendig und verspielt

Obwohl Form und Maße identisch sind, entsteht durch eine andere Glasur sofort ein völlig neuer Charakter.

Farben, Laufglasuren oder kleine Akzente verändern die Wirkung enorm.

Plötzlich wirkt derselbe Becher fröhlich, lebendig und modern.

Genau das liebe ich am Töpfern:

Die Form bleibt – der Ausdruck verändert sich.

Hier habe ich mit Engoben Streifen gemalt, und später transparent drüber glasiert.

der gestreifte Becher

der Becher Nr. 3 – Persönlich und einzigartig

Der dritte Becher zeigt, wie individuell Keramik werden kann. Ich habe hier mit farbigen Engoben

Zitronen aufgemalt, mit blauem Hintergrund. Als Vorlage diente mir eine Zeichnung von einer Postkarte.

 

Vielleicht arbeitest du mit Engoben, malst kleine Muster.

Vielleicht entscheidest du dich für eine matte Oberfläche  oder gravierst Linien ein.

Mit jedem Detail erzählst du eine andere Geschichte.

Genau deshalb gleicht am Ende kein Becher dem anderen, und ich liebe es so, mit einem Template eine ganze Serie anzufertigen.

die Oberflächen

Das Tolle an der Plattentechnik und der Arbeit mit Templates ist, dass du verschiedene Dekore und Oberflächen gut ausprobieren kannst. Entweder bearbeitest du die Platte schon vor dem Zusammenbauen, beispielsweiese, indem du die Nerikomi-Technik anwendest. Oder nach dem Zusammenbauen, als letzten Schritt, kannst du den Becher beschnitzen, bemalen……..es gibt so viele Möglichkeiten! Willst du sie Schritt für Schritt lernen? Trag dich gern ein auf die Warteliste meines Dekorekurses, du bekommst ihn günstiger und wirst als erste mit informiert, wenn er startet.  

Eine Form – viele Geschichten

Was ich an Templates besonders liebe: Sie nehmen dir die Kreativität nicht ab – sie machen sie überhaupt erst sichtbar. Denn wenn du dich nicht mehr darum kümmern musst, ob die Form gelingt, entsteht Raum für etwas anderes. Du kannst Farben ausprobieren, neue Glasuren testen oder dich zum ersten Mal an Engoben, Sgraffito oder kleine Reliefs wagen. Das Template bildet dabei das ruhige Fundament, auf dem deine Ideen wachsen können.

Gerade deshalb eignen sich Templates auch wunderbar, um kleine Serien zu gestalten. Stell dir vor, du töpferst vier oder fünf Becher mit derselben Form und gibst jedem eine ganz eigene Oberfläche. Vielleicht entstehen daraus deine Lieblingsbecher für verschiedene Jahreszeiten, eine kleine Kollektion als Geschenk oder einfach eine Reihe von Experimenten, bei denen du verschiedene Techniken miteinander vergleichst. So lernst du mit jedem Stück dazu und entwickelst ganz nebenbei deinen eigenen Stil.

Ich erlebe immer wieder, dass Anfängerinnen überrascht sind, wie unterschiedlich ein und dieselbe Form wirken kann. Nach dem ersten gelungenen Becher wächst oft der Mut, Neues auszuprobieren. Genau darum geht es für mich beim Töpfern: nicht darum, perfekte Keramik herzustellen, sondern neugierig zu bleiben, den Ton kennenzulernen und Schritt für Schritt Vertrauen in die eigenen Hände zu entwickeln. Ein Template ist deshalb nicht das Ende der Kreativität – sondern oft ihr Anfang.

der Becher Nr. 4 – ein ganz anderer Charakter

Derselbe Becher, eine andere Oberfläche: mit einer Abdrehschlinge habe ich aus der Becherwand Streifen herausgeholt.

So entsteht eine haptische Oberfläche, die sich gut anfassen lässt.

Warum ich so gern mit Templates arbeite

Als ich angefangen habe zu töpfern, war das Ausschneiden und Berechnen der Formen oft der schwierigste Teil.

Die Wände wurden unterschiedlich hoch oder der Boden passte nicht, die Rundung stimmte nicht ganz.

Ein Template nimmt dir diese Unsicherheit ab.

Du kannst dich viel mehr auf das konzentrieren, was eigentlich Spaß macht: nämlich das Arbeiten mit Ton! Das Zusammensetzen, das Gestalten und das Experimentieren mit Oberflächen.

In der Plattentechnik spart ein gutes Schnittmuster Zeit und sorgt dafür, dass deine Becher harmonische Proportionen bekommen.

Für Anfänger genauso geeignet wie für Fortgeschrittene

Töpferst du gerade deinen ersten Becher? Oder hast du schon viele Projekte umgesetzt?

Verstehe das Template als Werkzeug, mit guten Werkzeugen kannst du gut arbeiten. Gerade für den Anfang finde ich es unglaublich hilfreich, mit einfachen Formen zu beginnen und dabei Templates zur Hand zu haben, die erprobt sind, die eine schöne Form haben und mit denen man noch gut weiter arbeiten kann.

Auch erfahrene Keramikerinnen arbeiten häufig mit Vorlagen, wenn sie eine Form mehrfach herstellen oder verschiedene Glasuren testen möchten.

So kannst du dich ganz auf deine Kreativität konzentrieren, verschiedene Oberflächen testen oder auch ähnliche Formen finden. 

Mein Becher-Template

Für diesen Becher habe ich ein Template entwickelt, das ich selbst immer wieder verwende.

Es enthält:

  • die komplette Vorlage zum Ausschneiden,
  • Hinweise zum Ausrollen und Arbeiten mit der Plattentechnik,
  • Tipps zum Zusammensetzen sowie
  • hilfreiche Hinweise für ein sauberes Ergebnis.

Du kannst das Template beliebig oft ausdrucken und immer wieder verwenden.

Hier findest du das Becher-Template.

 

Ein Template – unendlich viele Möglichkeiten

Eventuell wird dein erster Becher ganz schlicht, der zweite bekommt eine Laufglasur, und der dritte wird bemalt.

So stehen dann drei völlig unterschiedliche Lieblingsbecher vor dir, und das, obwohl sie alle mit derselben Vorlage entstanden sind.

Das macht für mich den Zauber des Töpferns aus!

Nicht die Perfektion, sondern die Freude daran, aus einer einfachen Form immer wieder etwas Neues entstehen zu lassen.

 

Vielleicht entdeckst du dabei sogar etwas, das dich überrascht. Oft entstehen die schönsten Ideen nicht am Zeichentisch, sondern erst während des Arbeitens mit dem Ton. Eine kleine Veränderung an der Oberfläche, eine neue Glasur oder ein spontanes Muster können einem Becher einen völlig neuen Charakter verleihen. Genau deshalb macht es so viel Freude, dieselbe Vorlage immer wieder neu zu interpretieren. Aus einer einfachen Form entsteht mit jedem Mal ein ganz eigenes Stück Keramik – und genau das macht jedes Werk einzigartig.

Ich wünsche dir ganz viel Freude beim Ausprobieren!