Anfängerfehler

Die 7 häufigsten Anfängerfehler beim Töpfern (und wie du sie vermeidest)

Dieser Artikel ist für dich, wenn du gerade zwischen „Ich will unbedingt anfangen“ und „Ich habe Angst, alles falsch zu machen“ stehst.

Und ich sag dir direkt etwas, das dich vielleicht erleichtert:
Du wirst Fehler machen. Und genau das ist der Weg!

Aber… es ist gut zu wissen, wie du sie vermeiden kannst bzw. zuordnen, falls doch etwas schief gegangen ist.

 

Am Anfang fühlt sich Töpfern oft so an:

Du hast den Ton vor dir zu liegen und bist voller Vorfreude, endlich loszulegen.
Und dann passiert irgendetwas. Es gibt Risse, die Formen werden schief oder etwas bricht.

Und es kann sein, dass du dann denkst:
„Ich kann das einfach nicht.“

Aber, hey. Doch! Du kannst das!
Du brauchst vielleicht nur ein bisschen Orientierung. Hier liste ich dir 7 Fehlerquellen auf, die du vermeiden kannst:

 

Fehler 1: Dein Werk ist zu dünn (oder zu dick)

Das ist DER Klassiker.

Oft passiert es, dass die Wand zu dünn wird. Dann kann es passieren, dass sie bricht, reißt oder sich verzieht.
Ist sie zu dick, dauert der Trocknungsprozess sehr lange (2-4 Wochen), bei zu schneller Trocknung gibt es Risse. Gibst du es zu früh in den Ofen und das Stück ist noch nicht richtig durchgetrocknet, ist die Gefahr des Platzens im Ofen hoch.

Die Lösung:

  • Arbeite am Anfang mit ca. 0,5–1 cm Wandstärke
  • Nutze einfache Hilfsmittel (z. B. Holzleisten 0,5 cm dick beim Ausrollen für die Plattentechnik)
  • Prüfe die Dicke des Bodens, indem du mit einer Nadel hinein stichst und so abmessen kannst, wie tief die Nadel im Boden steckt.

erste Schale töpfern

Fehler 2: Du lässt deinen Ton zu schnell trocknen

 

Du bist fertig, stellst dein Stück hin zum Trocknen und am nächsten Tag hat dein Stück Risse, meist am Boden.

Warum?
Weil Ton langsam trocknen will!

Die Lösung:

  • Decke dein Werk locker mit Plastikfolie ab.
  • Lass es an einem kühlen Ort trocknen.
  • Stelle es auf eine Gipsplatte oder auf ein Tuch, damit der Boden nicht anhaftet am Untergrund.

Tipp: Stelle den Becher auf den Kopf und lege lose eine Folie drüber, so trocknet er am Boden zuerst statt am dünnen Trinkrand.

 

Fehler 3: die Verbindungen halten nicht

Der Henkel fällt ab, der Boden löst sich oder die Wand geht wieder auseinander.

Der Grund hierfür ist:
Die Teile wurden nicht richtig miteinander verbunden.

Die Lösung:

  • Setzt du zwei Teile zusammen, so ritze beide Seiten immer an und verwende Schlicker zum „Verkleben“.
  • Verstreiche die Verbindungen gut, so dass keine offene Stelle mehr zu sehen ist.
  • Lege eine kleine Tonrolle zur Verstärkung in die Naht und verstreiche sie gut.

Tipp: Tauche diese dünne Tonrolle kurz in Wasser, dann lässt sie sich besonders gut verstreichen. 

 

Fehler 4: Falsche Feuchtigkeit beim Arbeiten

Der Ton ist zu trocken und bricht.
Der Ton ist zu nass und sackt zusammen.

Jeder Ton hat so seine eigene „Struktur“.

Die Lösung:

  • Ist dein Stück zu nass, arbeite im Zustand „lederhart“ weiter. Das heißt, du trinkst einfach eine Tasse Tee oder gehst spazieren, und wenn du wieder kommst, ist der Ton trockener geworden. 
  • Ist dein Stück zu trocken, kannst du die jeweiligen Stellen mit einer Wasser-Sprühflasche befeuchten. 
  • Verpacke die restlichen Tonreste gut, du kannst sie in ein feuchtes Tuch wickeln, bevor du sie wieder in die Tüte packst.

Kleiner Reminder:
Du musst die Tonfeuchte nicht perfekt fühlen können. Das kommt mit der Zeit!

 

Fehler 5: Du willst zu schnell zu viel

Das ist der leise Druck im Hintergrund.

„Ich will direkt schöne Becher machen.“
„Warum sieht das nicht aus wie auf Pinterest?“

Die Lösung:

  • Starte mit einfachen Formen.
  • Erlaube dir schiefe, lebendige Stücke zu formen!
  • Sieh jeden Versuch als Übung, nicht als Ergebnis.

Ganz ehrlich:
Meine ersten Becher waren beulig und auch etwas schief, dafür aber bunt und handgemacht! Ich habe viele Jahre aus ihnen voller Freude meinen Tee getrunken.   

handgeformter Becher

Fehler 6: Du denkst, du kannst noch nicht anfangen, weil du gar keine Werkzeuge hast 

Viele denken: „Ich brauche erst noch dieses und jenes und am besten gleich ein eingerichtetes Studio.“ Das ist ein wunderschöner Traum, den du dir erfüllen kannst! Doch anfangen kannst du jetzt. Du wirst mit der Zeit auch merken, was du eigentlich brauchst und was nicht.

 

Die Lösung:
Starte mit:

  • Ton
  • Schwamm
  • Messer oder Töpfernadel
  • Schneidedraht (oder einfach stabiler Faden)

Und dann, geh in deine Küche und hole dir:

  • Nudelholz
  • Löffel, Gabel, Küchenmesser
  • Stoffreste (auch ein Geschirrhandtuch geht)

Töpfern mit Haushaltswerkzeugen ist nicht nur möglich – es ist oft sogar entspannter.

 

Fehler 7: Du bist zu streng mit dir

Das ist vielleicht der größte Fehler.

Du bewertest dich, vergleichst dich mit anderen und verlierst (hoffentlich nicht!) die Freude.

Die Lösung:

  • Sieh Töpfern als Prozess.
  • Erlaube dir, langsam zu lernen.
  • Bleib neugierig statt perfekt. 
  • Sieh jedes Stück, das du töpferst, als Übung für deinen neuen Weg.

Denn genau darum geht es eigentlich.

 

Was dir wirklich hilft:

Du kannst dir alles selbst beibringen.
Wirklich.

Aber:
Es dauert länger.
Und manchmal verlierst du unterwegs den Mut oder hättest gern jemanden, den du fragen kannst.

Genau dafür habe ich meine Angebote aufgebaut.

Wenn du dir Struktur wünschst:

Mein Starterkurs führt dich Schritt für Schritt durch deine ersten Stücke – ohne Überforderung.

 

dein Starterkurs

Wenn du gern mit Vorlagen arbeitest:

Meine Templates nehmen dir das „Wie soll das gehen?“ komplett ab.

Wenn du Begleitung willst:

In der Community bekommst du Antworten auf genau die Fragen, die dich gerade blockieren – und gehst deinen Weg nicht allein.

 

Q&A – die häufigsten Fragen

Wie lange dauert es, bis ich gut töpfern kann?

Nach wenigen Stunden kannst du schöne Dinge machen!
Jedes Stück, das du formst, bringt dich weiter. Es ist ein langsamer Weg, mit unendlich vielen Möglichkeiten.

 

Kann ich das Töpfern auch ohne eine Drehscheibe lernen?

Unbedingt.
Und ich empfehle es dir sogar am Anfang.

Was kann ich als Anfänger töpfern?

  • Becher
  • Schalen
  • kleine Teller
  • einfache Vasen
  • Kerzenleuchter
  • Räucherschalen
  • Tassen………………

Alles, was aufgebaut wird. Es gibt so unendlich schöne Möglichkeiten.

Brauche ich einen Brennofen?

Nein.
Du kannst deine Stücke

  • in Werkstätten oder anderen Einrichtungen brennen lassen (Brennservice)
  • Studiomitgliedschaften nutzen
  • später entscheiden, ob du selbst einen Brennofen haben möchtest.

Fazit: 

Du musst nicht perfekt starten.
Du musst nicht alles wissen.

Du darfst einfach anfangen!

Schnapp dir deinen Ton, nimm dir eine Stunde Zeit und fang einfach an! Vielleicht ist genau heute der Moment, an dem du dir erlaubst, den ersten Becher zu formen. Genieße es! 

Du suchst noch ein wenig Inspiration?

Dann hol dir ein Tutorial, in dem ich dich Schritt für Schritt durch den Prozess führe. Oder komm in mein LIVE, das einmal monatlich online stattfindet. (In der Mitgliedschaft hast du das LIVE mit dabei!)

Ich freu mich, dich zu sehen!

Ich geh ein Stück mit dir – wenn du magst. 🧡 LOVE, Dana