Kakao und Keramik

einen Becher ohne Töpferscheibe töpfern: So formst du dein erstes Lieblingsstück!


Du willst endlich töpfern, mit deinen Händen im Ton sein, langsam sein, ruhig werden?

Und denkst vielleicht darüber nach, wie du jetzt an eine Töpferscheibe kommst?

Die gute Nachricht ist: Um anzufangen, brauchst du keine!

Ich habe meine ersten Becher auch von Hand geformt – lange bevor eine Drehscheibe in mein Atelier einzog. Und ganz ehrlich? Diese handgebauten Becher tragen für mich oft mehr Seele in sich als perfekt gedrehte Stücke.

Heute zeige ich dir zwei Varianten, wie du einen Becher ohne Drehscheibe formen kannst – ohne Überforderung, Schritt für Schritt.

Warum ein Becher ohne Drehscheibe oft der bessere Anfang ist

Eine Drehscheibe sieht ziemlich beeindruckend aus. Aber sie verlangt Technik, Koordination und Übung.

Beim freien Formen dagegen lernst du den Ton wirklich kennen und spürst gut die verschiedenen Wandstärken. Du arbeitest langsamer und auch bewusster und brauchst du nur wenige Werkzeuge. 

Und vor allem: Du kannst sofort anfangen!

Methode 1: der Plattenbecher

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Das ist eine meiner liebsten Anfänger-Methoden, da du ziemlich strukturiert und trotzdem kreativ töpfern kannst.

Was du brauchst:

  • Ton (ich empfehle dir: hellen Steinzeugton mit feiner Schamotte)

  • ein Nudelholz

  • Zwei Holzleisten (ca. 0,5 cm hoch) für gleichmäßige Dicke

  • ein Messer oder eine Töpfernadel

  • einen kleinen Schwamm

  • etwas Schlicker

Schlicker kannst du ganz einfach selbst herstellen:
weiche einfach trockene Tonreste in Wasser ein – wenn du es genauer wissen willst: Lies HIER

deine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

1. Rolle dir eine Tonplatte aus

Schneide dir eine Tonplatte ab. Lege ein Baumwolltuch unter deinen Ton. Rolle ihn zwischen zwei Holzleisten gleichmäßig aus – etwa 0,5 cm dick. Rolle dabei hin und her, gleichmäßig in alle Richtungen, bis die Oberfläche schön glatt und eben ist.


2. Schneide dir die Seitenwand zu

Schneide dir ein Rechteck aus, etwa 22 cm breit und 9-10 cm hoch (für einen mittleren Becher). Du kannst freihändig schneiden oder mit einem Template arbeiten. Ein ausgedrucktes Template hilft dir, wenn du exakte Proportionen möchtest. Ein Template für einen mittleren Becher kannst du dir hier holen.


3. Verbinde die Seitenwand

Schneide beide Enden leicht schräg an, ritze die Kanten ein und trage den Schlicker auf.
Verbinde die Naht und drücke sie gut an!

Nun verstreiche innen und außen alles sorgfältig.
Um die Verbindung wirklich zu stabilisieren, lege eine dünne Tonrolle auf die Naht und arbeite sie ein bzw. verstreiche sie gut.


4. Schneide den Boden zu und setze ihn an

Stelle deinen Ton-Zylinder auf eine neue Tonplatte,  zeichne den Boden an und schneide ihn aus.
Ritze nun sowohl die Unterkante der Seitenwand als auch den Rand des Bodens ein.

Trage den Schlicker auf, setze Zylinder und Boden zusammen und verstreiche alles gut.

Auch hier hilft es, eine dünne Tonrolle einzuarbeiten, um alles gut miteinander zu verbinden.

Ein Tipp: tauche diese dünne Tonrolle ganz kurz in Wasser, dann lässt sie sich besonders gut verstreichen.


5. Trocknen lassen

Dein Becher ist fertig und sollte jetzt langsam trocknen. Decke ihn locker mit Folie abgedeckt oder stelle ihn in einen kühleren Raum zum Trocknen. Es kann passieren, dass Risse im Ton entstehen, wenn dein Becher zu schnell trocknet.


Methode 2: der Daumendruck-Becher

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Diese Methode ist noch ursprünglicher.

So geht’s:

  1. Forme eine Kugel aus Ton.

  2. Drücke mit dem Daumen eine Mulde hinein.

  3. Drehe den Ton in deiner Hand und arbeite dich langsam nach oben.

  4. Ziehe die Wand vorsichtig höher, indem du innen und außen gleichzeitig drückst.

Diese Technik braucht weniger Werkzeug – nur deine Hände.

Der Becher wird weicher, runder und individueller. Und sehr lebendig!

Eine ganz genaue Anleitung dafür findest du in meinem e-book für 0€ inklusive Video-Tutorial, so dass du easy Schritt für Schritt mittöpfern kannst.


Typische Anfängerfehler (und wie du sie vermeidest)

deine Wände sind zu dünn und stürzen ein:
→ Nimm mindestens 0,5 cm Wandstärke für eine gute Stabilität.

die Verbindungen lösen sich / nicht genug eingeritzt
→ Es ist so, dass der Schlicker sich gut festhalten kann in dem Angeritzten, er zieht sozusagen beide Teile zusammen, indem er in die Ritzungen hineingeht. Deshalb ist es sehr wichtig, alle Teile, die du schlickerst, vorher mit einer Töpfernadel oder Gabel anzuritzen!

dein Becher reißt, weil er zu schnell trocknet
→ Geduld spart hier Frust! Es braucht etwa 2-4 Wochen, bis dein Becher richtig gut durchgetrocknet ist und du ihn brennen lassen kannst.

die Wand sackt ein, weil sie zu weich ist
→ Du hast zu viel Wasser genommen und der Ton wird instabil. Lass alles ein wenig trocknen und töpfere dann weiter.


Wenn du dir Begleitung beim Töpfern wünschst, kannst du in meinen Online-Atelierraum kommen. Dort beantworte ich deine Fragen rund ums Töpfern, gebe Inspirationen und Tipps und einmal im Monat töpfern wir gemeinsam über zoom.

Membership

Was du am Ende wirklich gewinnst, wenn du einfach mal loslegst:

Nicht nur einen Becher!

Du gewinnst Vertrauen in deine Hände und dieses Gefühl: Ich kann das. Findest Ruhe beim Tun und kommst ins Hier und Jetzt.  Einen Becher ohne Drehscheibe zu formen ist kein Kompromiss, sondern ein sehr schöner Anfang! Vielleicht dein Anfang einer langen, wunderbaren Keramikreise.

Meine Material-Empfehlung für deinen ersten Becher

Wenn du gerade startest, brauchst du wirklich nicht viel. Aber ein paar Dinge machen es dir deutlich leichter – und sorgen dafür, dass dein erstes Stück nicht frustriert, sondern gelingt.

Hier ist, was ich Anfängerinnen wirklich empfehle:

1. Der Ton.

Für deinen ersten handgebauten Becher empfehle ich:

  • hellen Steinzeugton

  • mit 20–25 % feiner Schamotte

  • Körnung 0–0,5 mm

Warum?
Er ist stabil, verzeiht kleine Fehler und bleibt trotzdem angenehm formbar. Außerdem ist er für alle Brenntemperaturen geeignet, so dass du für`s Brennen flexibel bist.

Du bekommst guten Anfänger-Ton z.B. bei:

  • boesner

  • Gerstaecker

Beide Shops liefern zuverlässig und führen solide Einsteigerqualitäten.

Wenn du bei Andrea Wolbring Keramikbedarf bestellst, bekommst du mit dem Code caribouceramic einen 5 € Gutschein geschenkt bei einem Bestellwert über 50 €.
Diesen Ton von Andrea Wolbring Keramikbedarf verwende ich auch für meine Workshops – hier findest du ihn.

2. Ein einfaches Werkzeugset.

Du brauchst kein Profi-Atelier.

Ein kleines Starter-Set mit folgendem Inhalt reicht völlig:

  • Töpfernadel

  • Modellierholz

  • Drahtschneider

  • kleiner Schwamm

Solche Sets findest du u.a. bei:

  • Amazon

  • Gerstaecker

Wichtig:
Achte nicht auf „Profi“ oder „Studioqualität“. Für den Anfang reicht ein solides Basis-Set völlig.


Ich habe dir hier ein schlichtes Set rausgesucht, das alles enthält, was du brauchst → Starterset

3. Holzleisten für gleichmäßige Platten.

Das klingt banal, ist aber Gold wert.

Zwei einfache 5 mm Holzleisten sorgen dafür, dass deine Tonplatte überall gleich dick wird.
Das verhindert Risse und spart dir Frust.

Du bekommst sie:

  • im Baumarkt

  • oder als fertige Töpfer-Abstandleisten online

4. Ein gutes Nudelholz.

Du kannst dein Küchen-Nudelholz nehmen.

Wenn du dir aber eins nur fürs Töpfern gönnen willst, empfehle ich ein schlichtes, massives Holzmodell – ohne Griffe.

5. Optional: Mein Becher-Template.

Wenn du dir Proportionen unsicher bist oder gleichmäßige Ergebnisse möchtest, kannst du ein fertiges Template nutzen.

Darin zeige ich dir Schritt für Schritt:

  • wie du die Platte rollst

  • wie du die Seitenwand korrekt verbindest

  • wo genau geritzt und geschlickert wird

Ich habe verschiedene Templates, die du dir einzeln oder als Bundle herunterladen kannst.

Wie geht es weiter?

Magic Pottery dein Starterkurs

Wenn du Lust hast, tiefer einzusteigen und die Basics lernen möchtest, hol dir meinen Starterkurs MAGIC POTTERY. Ich zeige dir Schritt für Schritt 5 verschiedene Techniken, mit denen du 5 ganz verschiedene Becher töpfern kannst. Außerdem erhältst du freien Zugang für einen Monat zur Membership, wo du deine Fragen stellen kannst, falls du mal nicht weiter weißt!

Ich wünsche dir viel Freude beim Töpfern!

Love, Dana