deinen ersten Becher töpfern

Becher töpfern für Anfänger – deine einfache Anleitung

Hey… hast du schon mal so einen ganz einfachen getöpferten Becher in den Händen gehalten und gedacht: Das will ich auch können?

Und vielleicht so etwas gedacht wie: 
„Bestimmt ist das schwierig…“
„Ich hab doch keine Ahnung vom Töpfern…“
„Was, wenn es nichts wird?“

Heute will ich dich ermutigen und dir sagen: 

Einen Becher zu töpfern ist für mich der schönste Einstieg in die Keramik! (Ich liebe Becher!)

Du brauchst dafür keine Drehscheibe. Nur deine Hände, den Ton und etwa eine Stunde Zeit nur für dich. Ein wenig Forschergeist ist von Vorteil, denn schließlich probierst du ja gerade etwas Neues aus!

Ich zeige dir jetzt, Schritt für Schritt, den Weg zu deinem selbst getöpferten Becher! 

 

Warum ausgerechnet Becher?

Wenn du ganz am Anfang stehst, ist ein Becher dein bester Einstieg.

Warum?

  • Er hat eine einfache Form,
  • kleine Unebenheiten sind okay,
  • du bekommst schnell ein Erfolgserlebnis und
  • du lernst die wichtigsten Basics ganz nebenbei!

Und das Schönste:
Jeder Becher sieht anders aus.
Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Denn: so verschieden, wie wir sind, so verschieden sind unsere Becher. Ist dir schon einmal aufgefallen, dass auf Töpfermärkten jeder Töpfer eine andere Handschrift im Ton trägt? Dieser schöpferische Ausdruck kommt tief von innen heraus, es ist unsere ganz individuelle Sprache, wie wir mit dem Ton gestalten. Du merkst, ich bin begeistert! 

handgeformter Becher

Was du wirklich brauchst (und was nicht)

Lass uns also starten und direkt den Druck rausnehmen.

Du brauchst kein Studio, keine Drehscheibe, kein Profi-Equipment.

Diese Minimal-Ausstattung reicht völlig:

 

  • Ton (am besten Steinzeugton für Anfänger)
  • wenn du hast, einen Schneidedraht, falls nicht, nimm ein Stück Draht oder einen dickeren Faden
  • ein (Küchen-) Messer oder Taschenmesser 
  • ein kleiner Schwamm – ich liebe ja diese Töpferschwämme – aber es geht auch einer aus deiner Küche
  • eine Schüssel mit Wasser

Optional:

  • Holzstäbchen / Löffel oder alte ec-Karte zum Glätten – mit dem Messer geht das aber auch
  • Baumwoll- oder Leinenstoff als Unterlage

 

Technik 1: Die einfachste Methode – Daumendrucktechnik

Diese Methode wird auch pinchen genannt, es ist die einfachste Art, um anzufangen. Du kannst dich in Ruhe vortasten und ein Gefühl bekommen für den Ton, für die Wandstärke und die Feuchte des Tons. 

So geht’s:

  1. Schneide dir eine dickere Tonscheibe ab und teile sie in 4 Stücke.
  2. Nimm eines davon und forme dir eine Kugel aus Ton.
  3. Dies geht am besten, wenn du die Ecken rund klopfst mit dem Handballen, um Lufteinschlüsse zu vermeiden.
  4. Drücke dann deine Daumen in die Mitte. 
  5. Drehe die Kugel langsam in deiner Hand, immer ein Stückchen weiter und drücke das Loch in der Mitte dabei immer ein wenig tiefer.
  6. Durch die Haltung deiner Finger kannst du die Wand ein wenig nach außen formen.
  7. Fühle, ob der Boden und die Wand eine annähernd ähnliche Dicke haben, falls nicht, drücke den Ton noch ein wenig weiter. Lass dir dabei Zeit.

Und plötzlich entsteht:
dein erster Becher!

 

eine andere (2.) Technik: einen Becher aus einer Tonplatte formen

Hier entsteht eine etwas „klarere“ Form – perfekt, wenn du es ruhiger und vor allem gleichmäßiger magst.

Hilfreich hierzu ist ein Template oder eine Papierschablone, die du dir selbst zuschneidest.

So geht’s:

  1. Rolle dir eine Tonplatte mit dem Nudelholz aus (ca. 0,5–1 cm dick).
  2. Lege eine Schablone darauf.
  3. Schneide die Formen aus.
  4. Nun verbinde alle Teile miteinander.

Fertig ist dein Becher.

Diese Technik ist übrigens auch die Grundlage für viele meiner Templates – Schritt für Schritt aufgebaut und erklärt. Eines meiner Templates ist for free online – hole es dir gern!

 

Template

 

Typische Anfängerfehler (und wie du sie vermeidest)

Beim Tun passieren Fehler, das ist völlig okay. Sie bringen uns wieder einen Schritt weiter. 

Was also kann passieren?

1. die Tonwand ist zu dünn:

Lösung: Starte lieber etwas dicker (ca. 0,7–1 cm)

2. zu schnell gearbeitet:

Lösung: hier ist langsamer = schöner

3. es entstehen Risse beim Formen:

Lösung: wenn der Ton zu trocken wird, kannst du ihn sparsam mit Wasser befeuchten, am besten mit einer Sprühflasche kurz drüber sprühen

4. es entstehen Risse beim Trocknen:

Lösung:

  • lasse deinen Becher langsam trocknen (z.B. in einem kühleren Raum)
  • decke ihn locker mit einer Folie ab 

5. Ungleichmäßige Ränder

Lösung:
Das ist kein Fehler! 
Das ist Charakter.

 

das Trocknen & Brennen

das Trocknen:

  • trockne deinen Becher langsam, das bedeutet, eher in einem kühleren Raum
  • am besten deckst du deinen Becher locker mit Folie ab
  • stelle ihn nicht auf die Heizung und nicht in die direkte Sonne – dann würde er zu schnell trocknen und es kann Trocknungsrisse geben

das Brennen:

Wenn du keinen Ofen hast, schau dich nach einem Brennservice um. Das kann sein:

  • eine Keramikwerkstatt in deiner Nähe
  • Volkshochschulen / offene Werkstätten / Schulen

Was das Töpfern so besonders macht:

Es ist nicht die perfekte Form.

Nicht die perfekte Glasur.

Sondern dieses Gefühl:

Du kommst an. Deine Hände sind voller Ton, du vergisst die Zeit und merkst, dass du ruhig wirst und bei dir bist. Ton ist Erde, Töpfern erdet!

Hände im Ton

Q&A – die häufigsten Fragen

Kann wirklich jeder lernen, einen Becher zu töpfern?

Ja!
Du brauchst keine Vorerfahrung, kein besonderes Talent. 

Wie lange dauert es, einen Becher zu töpfern?

das Formen selbst dauert etwa: 20–40 Minuten
das Trocknen: mehrere Tage bis Wochen (2-4 Wochen)
das Brennen: je nach Werkstatt, wenn der Ofen voll ist. Der Brand selbst dauert (mit Abkühlung) etwa 2 Tage

Was ist die beste Technik für Anfänger?

Es gibt mehrere Techniken, um zu beginnen. Ich habe dir hier zwei gezeigt. Irgendwann kombiniert man alles, was man kann, miteinander – das ist das, was ich auch so mag am Töpfern: du kannst deinen eigenen Weg finden!

 

Wenn du tiefer gehen möchtest:

Wenn du merkst: „Ich will das wirklich lernen!“

Dann begleite ich dich gern!

In meinem Starterkurs MAGIC POTTERY zeige ich dir Schritt für Schritt:

  • 5 verschiedene Techniken
  • wie du fünf schöne Becher töpfern kannst
  • alle Basics, die dazu gehören 
  • den Weg von Anfang bis Ende
  • inklusive Begleitung, du bekommst einen Monat freie Mitgliedschaft in meiner Membership: hier bekommst du
  • Antworten auf alle deine Fragen
  • Austausch mit anderen
  • Begleitung auf deinem Weg
  • ein LIVE pro Monat, in dem wir gemeinsam töpfern.

 

Magic Pottery dein Starterkurs

Fazit – dein erster Becher ist mehr als einfach nur Keramik

 

Er ist:

  • dein Anfang
  • dein Mut
  • dein erstes „Ich kann das“!
  • ein besonderes Stück, weil es das erste ist

Und vielleicht ist es der Beginn deines Weges in und mit dem Ton! Für mich ist es ein Weg, der immer wieder neue Türen öffnet, der mir Ruhepunkte schenkt und meine Kreativität beflügelt. 

 

Bis bald, Dana.